Logo TV Weisel
TV Weisel Faustball

Nach zwei 3:2-Krimis perfekt: TVW kehrt in die Erste Liga zurück

Das Rezept: Hoch konzentriert stellt Weisels Kapitän Adrian Debus den Ball, damit Patrick Schiep (rechts) im Angriff vollenden kann.

Das Rezept: Hoch konzentriert stellt Weisels Kapitän Adrian Debus den Ball, damit Patrick Schiep (rechts) im Angriff vollenden kann. Foto: Marco Rosbach

Ideal platziert schlug der finale Ball an der Seitenlinie der Grafenauer Spielfeldhälfte auf und sprang genau dorthin, wo auf der Tribüne die Weiseler Fans saßen. Von Adrian Debus zugespielt und von Patrick Schiep vollendet, machte dieser Punkt die Spieler und Anhänger des TV Weisel froh: Im Jubiläumsjahr des 1912 gegründeten Vereins spielen die Faustballer sowohl im Freien als auch in der Halle erstklassig.

Mit 3:2 (11:2, 8:11, 11:2, 11:13, 11:3) schlug der TVW in der dritten Begegnung des Aufstiegsturniers in der Schulsporthalle auf der Heide den TSV Grafenau, der mit gleich vielen Zählern in das Spiel gegangen war. Die Gastgeber hatten zuvor die TSG Tiefenthal mit 3:2 (11:8, 8:11, 9:11, 11:7, 11:9) bezwungen und sich später dem Favoriten TV Oberndorf mit 2:3 (11:8, 6:11, 4:11, 11:0, 8:11) geschlagen geben müssen.

Der TSV Grafenau wies bis dahin eine sehr ähnliche Bilanz auf, wobei die Württemberger gegen Oberndorf trotz 2:0-Satzführung 2:3 unterlagen und gegen Tiefenthal beim 3:1 eine Spur souveräner gewannen. Im direkten Vergleich erwischte Weisel einen guten Start, der TSV leistete sich etliche Eigenfehler und wechselte früh aus. Doch eine Vorentscheidung war längst nicht gefallen, lange Ballwechsel waren die Regel.

Im zweiten Satz holten die Grafenauer einen 1:5-Rückstand auf, entdeckten Löcher in Weisels Abwehr und glichen nach Sätzen aus. Die Einheimischen revanchierten sich im nächsten Durchgang und waren im vierten Satz der Ersten Faustball-Bundesliga schon ganz nahe: 7:2 stand es, "nur noch vier Bälle" riefen die Leute in der mit fast 200 Zuschauern - viele waren mit Trommeln und Tröten angerückt - gefüllten Halle.

Stark auf dem Feld, stark auf der Tribüne: Dutzende Fans peitschten die Weiseler Faustballer nach vorne und durften am Ende der packenden Aufstiegsrunde den Erstligaaufstieg ihres Teams feiern.

Stark auf dem Feld, stark auf der Tribüne: Dutzende Fans peitschten die Weiseler Faustballer nach vorne und durften am Ende der packenden Aufstiegsrunde den Erstligaaufstieg ihres Teams feiern.Foto: Marco Rosbach

Die Früchte der Jugendarbeit

Aber die Mannschaft von Trainer Bernd Göttert gab den Satz in der Verlängerung noch her. Das Negativerlebnis kostete jedoch nicht die nötigen Nerven. Im entscheidenden fünften Satz führten die Weiseler wieder permanent, profitierten von den Angaben Tim Dillenbergers und den Angriffsschlägen Schieps. So durften sie gemeinsam mit den Oberndorfern jubeln, die kurz vorher den Aufstieg perfekt gemacht hatten.

"Das sind die Früchte unserer Jugendarbeit, die Jungs haben sich das verdient", freute sich Göttert mit seinen Schützlingen. Im Spiel gegen Grafenau war am Ende wohl die Physis ausschlaggebend. "Körperlich waren wir fitter", meinte Göttert - ein wichtiger Aspekt in einem Turnier, in dem nahezu alle Partien über fünf Sätze gingen. Vom ersten Aufschlag bis zum Weiseler Jubel vergingen sechseinhalb Stunden.

Für die TVW-Akteure hatte das Tagwerk mit dem Vergleich gegen die TSG Tiefenthal begonnen, die vor zwei Wochen noch auf der Heide gesiegt hatten. Keinem Team gelang es, sich deutlich abzusetzen, Vorsprünge von drei oder vier Punkten waren rasch wieder dahin. Die Weiseler hatten Redebedarf in der Abwehr, und einige Zuspiele wurden zu dicht an die Leine gebracht. Aber sie kämpften vorbildlich.

Werbung für den Sport

Als Schiep mit einem Block gegen TSG-Schlagmann Tobias Fuchs dann den 3:2-Erfolg zementierte, waren 75 spannende Minuten vergangen. "Das war ein heißer Fight mit Klasse-Situationen beider Mannschaften, fast schon Werbung für den Faustballsport", fasste Göttert zusammen. Zwischendurch habe er Bauchweh verspürt, doch schließlich lobte der Coach: "Kompliment an meine Spieler, sie haben nie aufgesteckt."

Nach diesem Auftakt hätte ein weiterer Sieg bereits beinahe die Erstklassigkeit bedeutet. Gegen den TV Oberndorf aus dem Stadtteil Schweinfurts vollbrachten die Weiseler erneut einen Kraftakt, hatten allerdings nicht das nötige Glück gegen die Asse Fabian Sagstetter und Oliver Bauer. Einem starken Beginn folgten zwei klar verlorene Sätze, im dritten lag der TVW zwischenzeitlich gar 1:9 zurück.

Umso erstaunlicher fiel die Leistung im anschließenden Durchgang aus: Wie berauscht setzte sich die Göttert-Fünf mit 11:0 durch. Die beiden bis dahin ungeschlagenen Vereine mussten abermals in den fünften Satz, in dem Weisel ständig einem Rückstand nachlaufen musste. Aus einem 2:4 wurde ein 5:5, bald befand sich der Turnierausrichter wieder mit 7:9 knapp im Hintertreffen.

Beim 8:10 unterlief Dillenberger ein Leinenfehler - Oberndorf hatte seinen Match- und Aufstiegsball verwandelt, Weisel seine erste Chance vergeben. Doch es gab ja bekanntlich ein zweite. "Es ist noch alles möglich", machte Hallensprecher Berthold Kappus Mut. Sein Optimismus lohnte sich. Als gegen den TSV Grafenau der letzte Ball in die Zuschauerränge gesprungen war, reihten sich Spieler und Fans zur La-Ola-Welle auf.

TV Weisel: Adrian Debus, Jan-Hendrik Clasen, Philipp Kern, Sebastian Kern, Kevin Ochs, Tim Dillenberger, Patrick Schiep, Fabian Schupp.

Kommentare  

 
#1 Frank Rörig 2012-02-12 21:00
Herzlichen Glückwunsch zur Rückkehr in die 1.BL aus Eschhofen!
Habe keine Bedenken, dass das heute Nacht noch würdig gefeiert wird !!!!
Gruß
Frank Rörig
Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren