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Bernd Götterts Wunsch vor dem Treffen der Topteams: Emotionen und Aufstieg

Die nötige Anspannung ist da, konzentriert blicken die Faustballer des TV Weisel der Aufstiegsrunde entgegen. Nach dem Sprung ins Feld-Oberhaus wollen die Gastgeber in der Halle nachziehen.

Die nötige Anspannung ist da, konzentriert blicken die Faustballer des TV Weisel der Aufstiegsrunde entgegen. Nach dem Sprung ins Feld-Oberhaus wollen die Gastgeber in der Halle nachziehen. Foto: Andreas Hergenhahn

Vor Jahresfrist hat der TV Weisel in Nastätten mit drei 1:3-Niederlagen gegen TV Unterhaugstett, TV Waibstadt und TV Augsburg die Rückkehr in die 1. Hallen-Bundesliga klar verfehlt. in gewohnter Umgebung, der Sporthalle der Loreleyschule in St. Goarshausen-Heide, nehmen die Mittelrheinischen am Sonntag einen erneuten Anlauf. Diesmal soll gegen den alten Rivalen TSG Tiefenthal, der dem TVW erst am abschließenden Spieltag den Staffelsieg wegschnappte, sowie die beiden Süd-Vertreter TV Schweinfurt-Oberndorf und TSV Grafenau der große Wurf gelingen.

Bei einer derart an Mitgliedern überschaubaren Abteilung ist es unabdingbar, dass der für den sportlichen Part verantwortliche Übungsleiter auch in organisatorische Belange fest eingebunden ist. "Wir wollen unseren Gästen einen vernünftigen Rahmen bieten", tun Bernd Göttert und seine engagierten Mitstreiter bis zum Anpfiff der ersten Partie alles Erdenkliche, damit es im Lotteriespiel "Zwei Aufstiegsplätze für vier Bewerber" an nichts mangelt und auch der berühmte Teufel nicht im Detail steckt. Die Mannschaft soll sich unterdessen ganz auf die schwierigen Aufgaben konzentrieren und den Kopf frei haben.

Um 11 Uhr geht's los - dann treffen die Gastgeber gleich auf die bestens bekannte TSG Tiefenthal. Die Pfälzer haben sich vor dieser Saison mit Abwehrmann Patrick Clevens (TV Käfertal) sowie dem Angreifer Tobias Fuchs (TB Oppau) verstärkt und verfügen über genügend Variationsmöglichkeiten. Der TV Weisel darf sich aber dennoch Chancen ausrechnen, nachdem die Mittelrheinischen der TSG die einzige Hallenniederlage beibrachten. Wichtig wird auch lautstarke Rückendeckung der Anhängerschaft sein. Die Tiefenthaler setzen einen Fanbus ein und werden sich zahlreich in St. Goarshausen präsentieren.

Zweiter Gegner der Gastgeber wird dann der Emporkömmling TV Schweinfurt-Oberndorf sein, der die Runde im Süden verlustpunktfrei abschloss - und das alles als Aufsteiger. "Sie sind für mich der Topfavorit", hat Göttert die Unterfranken auf seinem Zettel stehen, zumal mit Zuspieler Fabian Sagstetter ein Weltmeister in ihren geschlossenen Reihen steht. Dass der Süd-Meister heiß wie das viel zitierte Frittenfett ist, zeigt die Tatsache, dass die Mannschaft bereits am Samstag in den Taunus anreist und sich nach Trainingsmöglichkeiten erkundigt hat.

Direkt im Anschluss trifft der TV Weisel auf den TSV Grafenau. Die Mannschaft aus dem nördlichen Schwarzwald hat sich in der Halle inzwischen zum Pendler zwischen den beiden obersten Spielklassen entwickelt. Dem Gesetz der Serie folgend müsste der TSV das Bundesligaticket lösen. Im Sommer schafften sie gemeinsam mit dem TVW im Feld den Sprung in die Eliteliga. Göttert: "Sie sind keinesfalls als Außenseiter anzusehen."

Wie viele Punkte werden für den großen Wurf denn mutmaßlich benötigt? Göttert ist da nicht festgelegt: "Alles kann passieren, die Tagesform wird eine der entscheidenden Rollen spielen. Es kann passieren, dass ein deutlicher Sieg und zwei knappe Niederlagen schon genügen. Andererseits kann man mit zwei 3:2-Erfolgen und einem klaren Verlust als Dritter scheitern. Im Extremfall könnte sogar das Ballverhältnis den Ausschlag geben oder sogar das Los entscheiden."

Der TV Weisel kann voraussichtlich mit seinem kompletten Kader antreten. "Das eine oder andere kleinere Wehwehchen ist noch zu kurieren", so Göttert, dessen Stirn jedoch nicht zu arg in Sorgenfalten liegt. "Adrian Debus hat zum Glück seine Klausuren hinter sich gebracht und dürfte den Kopf frei haben. Angreifer Patrick Schiep fliegt demnächst nach Namibia, wo er für zwei Monate als Trainer arbeiten wird. Vorher wird auch er alles geben."

Somit können sich alle im Weiseler Trikot voll auf das Wesentliche, den Faustball, konzentrieren. "Der Heimvorteil ist kein Nachteil für uns. Wir brauchen aber auch Emotionen, das gegenseitige Anfeuern. Das hat beim letzten Spieltag ein wenig gefehlt", hofft Göttert, dass der TVW einen Sahnetag erwischt, nach dem Aufstieg unter freiem Himmel in der Halle Gleiches schafft und das Double perfekt macht. Denn nach dem Scheitern im Vorjahr sind Adrian Debus und Co. im zweiten Anlauf vor heimischer Kulisse eigentlich dran...

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